Vier typische Antworten: Warum Usability (k)ein Thema ist

Nur wenige kleine und mittelständische Softwareunternehmen setzen explizite Usability-Praktiken ein. Gründe hierfür haben wir in Gesprächen mit Geschäftsführern und Softwareentwicklern zusammengetragen: Selbstzufriedenheit, mangelndes Know-how und „schlechter Geschmack“ im Management.

„Unsere Produkte haben eine hohe Usability.“
 
Dass das Management seine Produkte rundum toll findet, ist vielleicht gar nicht so überraschend: Stolze Eltern halten ihre eigenen Kinder ja auch immer für besonders gut geraten. Nur macht eine subjektive Einschätzung ein Kind noch nicht zum Genie und ein Produkt nicht benutzerfreundlich. Fragen Sie ruhig mal einen Pädagogen / einen Usability-Experten nach seiner Meinung.
 
 
„Ich brauche für unser Produkt asap noch 5 weitere Funktionen.“
 
Wenn ein Softwareentwickler schlecht träumt, dann bestimmt von diesem Spruch. Und wo bleibt die Usability? „Die ziehen wir später nach.“ Machen Sie Ihre Produkte nicht erst im Nachhinein „usable“! Ihre Nutzer haben das nicht verdient.
 
 
„Ich finde es aber schöner, wenn der Button oben links ist.“
 
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Vor allem über den des anderen. Wenn ein Softwareentwickler den Geschäftsführer fragt, worauf seine Einschätzung denn beruhe, dass der Button an besagter Stelle besser sei, und dieser antwortet: „Meine Frau findet das auch schöner“, wissen Sie: Das Thema Usability kann eine ganze Familie beschäftigen. Vielleicht beschäftigt man aber besser einen Usability-Experten?
 

„Die anderen machen es auch so.“
 
Manche Geschäftsführer fühlen sich dazu berufen, die Konkurrenz zum Maßstab zu machen. Auch wenn diese augenscheinlich erfolgreich ist, heißt das wiederum nicht, dass deren Produkte unbedingt „usable“ sind. Vielleicht arbeitet die Konkurrenz gerade schon an einer neuen Search-Bar oder an einer intuitiv benutzbaren, integrierten Kalenderfunktion? Wäre doch schön, wenn Sie mal der Erste sind!

04.10.13