Expertenevaluation

Bei der Expertenevaluation wird die Usability eines Produktes getestet. Dabei wird das Produkt von Usability Experten anhand etablierter Usability-Prinzipien in Form von Heuristiken bewertet.

Ziele

Das Ziel dieser Methode ist das Aufdecken von Usability-Schwächen und Problemen. Durch diese Methode können somit Schwächen frühzeitig aufgedeckt werden, sodass diese behoben werden können, bevor die potenziellen Nutzer das Produkt testen.

 

Beteiligte

Teilnehmer (Welche externen Teilnehmer sind eingebunden?)

Diese Methode sollte mit 3-5 Usability Experten durchgeführt werden.

Organisator (Welche internen Teilnehmer sind eingebunden?)

Es sollte mindesten eine Arbeitskraft für die Vorbereitung und Durchführung der Expertenevaluation angedacht sein. Außerdem muss mindesten eine Arbeitskraft eingeplant werden, die die Expertenevaluation im Anschluss auswertet. Falls mehrere Usability Experten gleichzeitig die Evaluation durchführen sollen, sollten demnach auch mehrere Arbeitskräfte bei der Durchführung eingeplant werden.

 

Vorgehen

Vorbereitung

Zunächst müssen Usability Experten für die Evaluation eingeladen werden. Des Weiteren muss gewehrleistete sein, dass das Produkt und ein Raum, in welchem der Test durchgeführt werden soll, am Termin zur Verfügung steht. Zusätzlich sind die Bewertungskriterien für den Usability Experten bereitzulegen.

Durchführung

Zuerst wird den Experten das Produkt vorgestellt, so dass sie sich mit diesem vertraut machen können. Anschließend bewertet jeder Experte das Produkt einzeln nach den gegebenen Heuristiken bzw. Kriterien. Zum Beispiel können Nilsens 10 Heuristiken oder die Grundsätze der Dialoggestaltung nach ISO 9241-110 herangezogen werden.

Dabei teilt der Experte seine Kommentare einem Beobachter mit, der diese notiert.
Zuletzt kann noch über mögliche Änderungen und Lösungen diskutiert werden.

Nachbereitung

Die Ergebnisse aus der Expertenevaluation werden zusammengetragen sowie analysiert. Aus der entstehenden Liste mit Usability-Mängeln können anschließend Verbesserungsvorschläge für das Produkt abgeleitet werden. Ggf. werden schon von den Experten Handlungsempfehlungen ausgesprochen.

 

Ergebnisse / Output

Ergebnisse dieser Methode sind eine Liste von Usability-Mängeln sowie Handlungsempfehlungen und Verbesserungsvorschläge für das Produkt.

 

Vorteile

Wenn das KMU keine potenziellen Nutzer akquirieren kann, kann die Evaluierung des Produktes durch Usability Experten als eine gute Ausweichmöglichkeit herangezogen werden. Außerdem ist es sehr vorteilhaft, wenn diese Methode vor dem Testen des Produktes durch potenzielle Benutzer stattfindet. Dadurch können erste Schwächen behoben werden, bevor der Nutzer das Produkt sieht.

 

Nachteile

Usability Experten können sich nicht immer in die Situation der Zielgruppe hineinversetzten. Außerdem können oft nicht alle Usability-Schwächen gefunden werden, da die Usability Experten nur Experten auf ihrem Bereich sind und nicht für den Bereich des Produkts und der Aufgabe, die das Produkt lösen soll.

 

Praxis

Praxis-Tipps

Beim Einsatz der Methode im KMU in der Pflegebranche ist es zu empfehlen, dass die Experten konkrete Aufgaben gestellt bekommen, die die Funktionalität des Produktes repräsentieren. Während der Durchführung der Evaluation bearbeiten die Experten demnach die Aufgaben und untersuchen währenddessen, ob Usability-Schwächen vorliegen. Dabei ist es zu empfehlen, dass die Experten dem Beobachter durch Think Aloud stets seine Gedanken und Erkenntnisse äußern. Dadurch können die KMU am Ende qualitativ bessere Handlungsempfehlungen ableiten.

Anwendungsbeispiele

Das KMU hat eine Pflegedokumentationssoftware entwickelt und möchte diese auf Usability testen lassen. Dafür verwenden sie die Expertenevaluation.

Für die Vorbereitung wird ein Tag benötigt. Dabei werden Aufgaben definiert, die die Usability Experten bewältigen sollen.

Für die Evaluation werden 3 Usability Experten eingeladen, die das Produkt bewerten sollen. Dem Experten werden die typische Aufgaben, die mit dieser Software durchgeführt werden, vorgelegt sowie Nilsens 10 Heuristiken.

Der Usability Experte führt dann die Aufgaben durch und überprüft die Software auf ihre Usability und deckt Schwächen in der Aufgabenbewältigung auf. Währenddessen äußert der Experte dem Beobachter stets seine Gedanken und Eindrücke, welche vom Beobachter notiert werden. Außerdem bewertet der Experte anhand der Heuristiken die Usability der Software und spricht Vorschläge zur Verbesserung aus.

Bei der Durchführung werden 3 Usability Experten jeweils eine Stunde an einem Tag hintereinander befragt. Zur Auswertung wird anschließend 1 Tag benötigt.

Diese Aufwandseinschätzungen können jedoch vom Umfang des zu testenden Produktes und der Anzahl der Experten variieren. Jedoch sollte eine Evaluation mit einem Experten nicht länger als eine Stunde dauern.

 

Autoren der Methode

UCARE
Der demografische Wandel und dessen Auswirkungen auf die Sozialbranche sind eklatant. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen von UCARE ein Kompetenzzentrum für Usability in der Pflegebranche aufgebaut. Ziel ist es, bei kleinen und mittelständischen Unternehmen der Pflegebranche das Bewusstsein einer gesteigerten Gebrauchstauglichkeit zu schärfen. Zudem sollen die Hersteller von Pflegedienstleistungs-Software im Bereich Usability mit geprüften Werkzeugen und Methoden unterstützt werden. Das Projekt UCARE ist Teil der Förderinitiative ?Einfach intuitiv ? Usability für den Mittelstand?, die im Rahmen des Förderschwerpunkts ?Mittelstand-Digital ? IKT-Anwendungen in der Wirtschaft? vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). ?Mittelstand-Digital? setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen ?eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen? mit 38 eBusiness-Lotsen, ?eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern? mit derzeit 16 Förderprojekten und ?Einfach intuitiv ? Usability für den Mittelstand? mit zurzeit 13 Förderprojekten. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.
 

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