Jakob Nielsen - useit in neuem Look

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Usability-Guru Jakob Nielsen hat seine Webseite umgestaltet. 18 Jahre Classic-Design war dann doch genug.

Als ich das erste Mal auf die Nielsen-Seite useit aufmerksam gemacht wurde, hab ich das für einen Insiderwitz gehalten. So wie früher beim ersten Ferienjob auf dem Bau, wenn Neulinge mit der Suche nach Kurvenhammer und Drucklufteimer zum Einstand auf den Arm genommen wurden.

Das soll die Seite des Usability-Gurus schlechthin sein, der für seine (oft strenge) Kritik an populären Webseiten bekannt und gefürchtet ist – ja klar. Hier wird doch praktisch alles falsch gemacht, was -  nach heutigen Standards - falsch gemacht werden kann. Die  eigenartige Farben, kein Hervorheben von wichtigen Seitenelementen, der geringe Größenunterschied von Überschriften und Texte. Wenn man die Überschriften liest, finden sich zwar interessante Punkte, doch die gehen völlig im Wust der Links und der allgemeinen Unformatiertheit unter...

Wer sich einliest, erkennt zwar schnell die Substanz der Seite, versteht, dass nach Nielsens Ansicht Benutzer durch verspielte Details wie Animationen, Flash und Grafiken behindert werden, und kann  sich schlussendlich irgendwie zurechtfinden. Aber man sollte sich auf einer Website, die man zum ersten Mal besucht, doch am Besten sofort orientieren können - und zwar allein aufgrund der Anordnung von Menüs Textfelder und Buttons! Vor allem, wenn der Inhaber dieser Seite eine Oberfläche wie Windows 8 derart hart rannimmt.

Trotzdem war die renommierte Seite so mittlerweile 18 Jahre und damit in Internet-Zeit uralt geworden. Doch irgendwann ist auch „classic“ nicht mehr cool, und die Seite so weiter zu betreiben, hatte langsam etwas Verstocktes. Jetzt passte Herr Nielsen seine Website heutigen Standards an. Wer jetzt auf useit klickt, kommt auf nn und da ist auch Nielsens Blog zu finden - unter articles. Inhaltlich selbstverständlich weiter spannend und nun auch optisch in der Neuzeit angekommen, ohne Flash und große Spielereien.

04.03.13