Methodenpool

Im Rahmen der Förderinitiative “Mittelstand Digital” sind in den letzten Jahren verschiedene Usability- und User Experience-Methoden von Kompetenzzentren in ganz Deutschland systematisiert und beschrieben worden. Im folgenden Methodenpool werden diese Beschreibungen gesammelt:

 
B
Bei einem Brainstorming werden spontan Ideen zur Lösung einer bestimmten Problemstellung gesammelt, ohne dass dabei Kritik angebracht wird. Erst nachdem eine große Anzahl an Ideen zusammengetragen wurde, erfolgt eine Bewertung und Auswahl. Alex Osborn gilt als Erfinder dieser Methode.
C
Bei Card Sorting-Verfahren gruppieren Teilnehmer vorgegebene Begriffe in inhaltlich-thematisch zusammengehörige Gruppen (vgl. Affinity Diagram). Die resultierenden Gruppierungen geben die subjektive Strukturierung von Inhaltsbereichen wieder und werden beispielsweise zur empirischen Fundierung von Informationsarchitekturen eingesetzt. Zur Aggregierung individueller Card Sortings finden häufig cluster-analytische Verfahren Anwendung. ..
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Empirische Methode der Anforderungsanalyse, bei der intendierte Benutzer eines Systems in ihrem typischen Arbeitskontext beobachtet und zu relevanten bzw. kritischen Schritten befragt werden.  
E
Ein Erfordernis (engl. User Need) ist eine für einen Benutzer oder eine Benutzergruppe als notwendig identifizierte Voraussetzung, um ein Ziel innerhalb eines bestimmten Nutzungskontextes zu erreichen. Die Usability eines Produkts steht dabei immer mit den Erfordernissen des jeweiligen Nutzungskontexts im Zusammenhang. Die Aufstellung von Erfordernissen eignet sich sehr gut bei der Entwicklung mobiler Software, ..
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Das Erlebnisinterview zielt darauf ab herauszufinden, welche positiven Erlebnisse Menschen bei ihrer Arbeit haben, aber auch generell bei der Nutzung bestimmter Systeme und Produkte. Diese Sammlung an positiven Erlebnissen dient als Grundlage für die Gestaltung einer positiven User Experience von Produkten.
Bei der Expertenevaluation wird die Usability eines Produktes getestet. Dabei wird das Produkt von Usability Experten anhand etablierter Usability-Prinzipien in Form von Heuristiken bewertet.
F
Fokusgruppen sind moderierte, strukturierte Gruppendiskussion mit sechs bis acht Teilnehmern zu wünschenswerten funktionalen Merkmalen und Usabilityanforderungen; häufig als Teil der Anforderungsanalyse. Die Teilnehmer von Fokusgruppen werden so ausgewählt, dass sie einen repräsentativen Querschnitt der Anwender der Software darstellen.  
Instrument zur Datenerhebung, insbesondere zur standardisierten Messung der subjektiven Bewertung von Sachverhalten, Eindrücken und Einstellungen von Benutzern; zur strukturierten Erhebung von individuellen Anforderungen, (demographischen) Eigenschaften oder des Wissens von Benutzern auf der Grundlage von offenen oder geschlossenen Fragen. ..
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K
Online-gestützte Anwenderbefragung zur Usability-Evaluation von komplexer betrieblicher Anwendungssoftware. Die Methode ist geeignet, um insbesondere die Usability von ERP-, CRM- und PPS-Software durch Anwender bewerten zu lassen. Die Bewertung erfolgt anhand eines entwickelten teilstandardisierten Fragebogens, in Form von offenen Kommentaren und geschlossenen Antwortformaten.
N
Nutzungsanforderungen beschreiben, was ein interaktives System aus Sicht des Benutzers ermöglichen soll. Sie können qualitativ oder quantitativ sein und werden von Erfordernissen abgeleitet. Sie dienen als Usability?Ziele, die nicht nur die Gestaltung lenken, sondern auch als Evaluationskriterien eingesetzt werden, da die an das System gestellten Anforderungen schließlich auch auf ihre Erfüllung überprüft werden müssen. ..
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P
Personas beschreiben eine Gruppe von Anwendern als eine einzelne fiktive Person, mit dem Ziel Entwicklern und Designern eine klarere Vorstellung der Nutzer des Produktes zu vermitteln. Eine Persona beinhaltet deren Namen, Ziele, Aufgaben und Bedürfnisse, sowie Fähigkeiten und Ausbildung (insbesondere technischer Art) der Person, wie man in der Tabelle sehen kann,  und kann je nach Zielgruppe und Produkt um weitere Eigenschaften erweitert werden. ..
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U
Der UX Workshop ist eine Methode, welche das Thema User Experience sowie das dazugehörige Bedürfnismodell in einen praktischen Kontext setzt. Der UX Workshop ermöglicht eine effiziente Kon­zeptentwicklung im Team. Gleichzeitig steht für einen ganzheitlichen menschzen­trierten Ansatz, ..
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Beteiligte Kompetenzzentren

PUMa - Projekt Usability in Mittelstandsanwendungen
Das PUMa-Projekt zielt auf die Unterstützung deutscher kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Entwicklung gebrauchstauglicher Software ab. Hierzu wird ein Kompetenznetzwerk auf der Basis einer Online-Plattform etabliert sowie eine Kompetenzplattform mit drei regionalen Kompetenzzentren (Stuttgart-Karlsruhe, Frankfurt am Main-Darmstadt und Dresden) gebildet. Durch bedarfsgerechte Beratung zu Methoden und Werkzeugen sowie konkreter Hilfe bei der Organisation solcher Entwicklungsprojekte erhalten die KMU praxisnah und unkompliziert die Unterstützung, die sich sonst nur große Unternehmen leisten können. Für Entwickler und Usability-Experten ist die Kompetenzplattform eine wichtige Möglichkeit, um ihre Expertise zu zeigen und in Kontakt mit potentiellen Kunden zu kommen. Mit der Vernetzung von softwareentwickelnden Unternehmen mit Usability-Experten und potenziellen Kunden wird sowohl der Wissensaustausch als auch die Zusammenarbeit gefördert.
UCARE
Der demografische Wandel und dessen Auswirkungen auf die Sozialbranche sind eklatant. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen von UCARE ein Kompetenzzentrum für Usability in der Pflegebranche aufgebaut. Ziel ist es, bei kleinen und mittelständischen Unternehmen der Pflegebranche das Bewusstsein einer gesteigerten Gebrauchstauglichkeit zu schärfen. Zudem sollen die Hersteller von Pflegedienstleistungs-Software im Bereich Usability mit geprüften Werkzeugen und Methoden unterstützt werden. Das Projekt UCARE ist Teil der Förderinitiative ?Einfach intuitiv ? Usability für den Mittelstand?, die im Rahmen des Förderschwerpunkts ?Mittelstand-Digital ? IKT-Anwendungen in der Wirtschaft? vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird. Der Förderschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). ?Mittelstand-Digital? setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen ?eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen? mit 38 eBusiness-Lotsen, ?eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern? mit derzeit 16 Förderprojekten und ?Einfach intuitiv ? Usability für den Mittelstand? mit zurzeit 13 Förderprojekten. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.